Kathmandu

Reisebericht Nepal Sommer 2009With 4 comments

Das Summit-Hotel ist schön und einladend, für hiesige Verhältnisse gepflegt. Das indische Buffet ist ausgezeichnet. Die Betten bequem. Eineinhalb Stunden habe ich bisher darauf gelegen. Nun will ich durchhalten bis zum Abend.

Zeit für eine kleine Rückblende. Der Weiterflug von Doha nach Kathmandu war, wie Nachtflüge halt so sind, unbequem, von traumdurchzogenen Schlaffetzen geprägt. Mein Platzvideosystem war kaputt, also blieb nach dem Essen nur der Schlaf, ein wenig lesen und dann der erlösende Einfall: eine Trance-CD, von der ich nur wenige Sätze mitbekam, denn ich war nahezu augenblicklich weg.

Zu den Flughäfen dieser Welt gibt es noch einen kleinen Nachtrag. Es ist natürlich ignorant und aufgeblasen, zu sagen „kennst du einen, kennst du alle“. Die Stuhlreihen von Doha und Köln/Bonn gab’s in Kathmandu natürlich nicht.

Das Erste was mir beim Ausstieg in Kathmandu gleich in die Nase stieg, war der feucht-modrige Geruch, wie man ihn von Dampfsaunen her kennt. Es ist zwar nur mäßig warm, um die 25 Grad, aber die Luftfeuchtigkeit ist auch hier hoch. Ich klebe seitdem konstant. Im Tiefland werde ich wohl konstant tropfen ;-). Auf alle Fälle werde ich noch in den Pool springen.

Übrigens trafen wir schon beim Einchecken in Doha den Leiter des übergeordneten Projektes einer Entwicklungshilfeorganisation, den Ingo persönlich kannte. Ich habe mich gerade mit einem seiner Consultants unterhalten und durch ihn einen groben Einblick darüber erhalten, wie meine Arbeit in die Gesamtstrategie eingebettet ist. Ich muss wohl noch mal genauer nachfragen. Jetzt bekomme ich es nicht richtig zusammen.

Die Straßen Kathmandus sind voll, voll Staub, voll Gehupe, voll von Motorrädern, voller Autos. Die Architektur der Stadt wirkt dahingeschludert teils halbfertig, teils halb zerfallend. Und von großen Webeplakaten notdürftig bedeckt. Am Straßenrand glimmt ein Karton. Drei heilige Kühe, d.h. Kälber habe ich bis jetzt gezählt. Unbewegte Viecher, die mitten im Verkehr stehen, der hupend darum herum fließt. Der Staub wundert mich, denn überall ist es auch grün, nur über der Hauptstraße, auf der wir fahren, liegt ein Staubschleier.

Dieses Grün konnte ich schon aus dem Flieger beobachten. Von sandbankbreiten Strömen durchzogene Wälder wechseln sich mit bewaldeten Berghängen und himmelspiegelnden Reisfelderterassen ab. Auf den Ebenen stehen immer wieder inmitten der Felder gleichmäßige, rote, ovale Plätze mit einer runden Säule in der Mitte, die mich an einen Hippodrom aus alter römisch Zeit erinnern. Tempelanlagen mit Stupa in der Mitte? Oder sind es Kamine von Fabriken? War von oben nicht auszumachen. Da hätten wir also schon mal ein erstes Rätsel? Weiß von euch jemand die Antwort? Ich frag’ mal einen Einheimischen beim nächsten Flug morgen.

Der geht nach Palpa. Abflug um neun Uhr. Ich melde mich von dort wieder.