20.08.09, Cyber Café Next Gen, Tansen, Palpa

Reisebericht Nepal Sommer 2009With 0 comments

Ich habe im Moment noch keine freie Leitung ins Internet, und nutze die Wartezeit, um ein paar Zeilen zu schreiben.
Langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie ich diese Leute erreichen und entzünden kann. Heute nahm ich mir eine halbe Stunde Zeit, die bus2-Inhalte zu wiederholen. Insbesondere bat ich die Teilnehmer, sich den Sinn und den Nutzen der einzelnen Elemente für ihre Trainees klar zu machen, denn es kann leicht sein, dass sie genau danach gefragt werden. Und da ist es gut, eine Antwort parat zu haben.

Die Art und Weise, ich fragend, schauspielernd, ermunternd die Zeit gestaltete, ließ mich an einen Adler denken, der die Flügel ausbreitet. Bislang habe ich insbesondere die inhaltlichen Präsentationen zum großen Teil Ingo überlassen, der sie ja zusammen mit Anton für Burkina Faso entworfen hat.
Aber Motivation ist ja meine Stärke…

20.8.09, 21.40 Uhr Srinagar Hotel, Tansen, Palpa, Nepal

…und Gruppenfindung noch viel mehr. Heute ging es nach der Simulation der Themen vom Vortag vor allem um die Frage, wer in welcher Gruppe am Sonntag und am Montag welches Thema trainiert. Aber ich greife vor.
Nach der Simulation, die inzwischen automatisch ohne unser Zutun abläuft (Plakate nachzeichnen, Inhalte in kleinen Trainingssequenzen in Kleingruppen wiedergeben, kurzes Feedback), gab es die Evaluation der bus2-Woche durch die Teilnehmer, die wir etwas anders gestaltet haben und die deshalb auch klarer ausgefallen ist (zu unseren Gunsten ;-). Inhaltlich kam nicht viel Neues dazu. Überrascht hat uns, dass so viele Teilnehmer die Entscheidungsmatrix für gut befanden. Überrascht deshalb, weil wir unsere liebe Not hatten, zu erklären, wie sie funktioniert. Als unbrauchbar wurde die Einschätzung der generellen Trends der nächsten 10 Jahre eingeschätzt. Da müssen wir noch mal nachfragen und darüber nachdenken, wie dieses Modul noch verbessert werden kann.

Nach der Evaluation wurde es spannend, denn ich hatte ziemlich klare Vorstellungen davon, wie die Gruppen aufgeteilt werden sollten. Je 10 Teilnehmer teilen sich ein 2-Tage-Training bus1. Es bestanden ja schon feste Pärchen. Jetzt ging es darum, je fünf Pärchen zu einem Team zusammenzufassen.
Dazu bat ich die Tandems, sich aufzustellen, und dann nach gefühlter Stärke zu sortieren. Als sie sich (mit meiner Hilfe) einig waren, nahm ich das stärkste und das schwächste Paar und das zweitstärkste und das zweitschwächste Paar zusammen und dazu noch ein Pärchen auf dem Mittelfeld. Damit hatte ich meine zwei Gruppen. Die bat ich dann, sich wie beim Football im Kreis eng zusammen zu stellen und mehrmals einen lauten Schlachtruf loszulassen.

Hinter dieser Aktion steckt die Überlegung, dass durch die entstehende Emotion eine, wenn auch schwache, Bindung zustande kommt, so dass die Teilnehmer eher bereit sind, für einander Verantwortung zu übernehmen und das anstehende Training als gemeinschaftliche Aufgabe zu sehen.
Um das noch zu verstärken, bat ich die beiden Teams noch, sich einen Namen auszudenken. Und wen wundert’s, die einen nannten sich „Everest“ und die anderen „Anapurna“ (ein Massiv, das wie erwähnt, von hier aus bei gutem Wetter sichtbar ist).

Dann war als nächstes die Einteilung de Tandems für die Themen dran. Auch hier hatten Ingo und ich Überlegungen angestellt, was da optimal wäre. Wir haben die GAP-Analyse weggelassen, da sie thematisch sowieso besser in bus2 passt. Damit gab es 6 Themen für fünf Gruppen, plus Einführung und Abschlussrunde.
Ich empfahl, dass das stärkste Tandem den Schluss bildet und das zweitstärkste den Anfang, denn der Erste Eindruck ist bekanntlich entscheidend, aber der letzte bleibt. Auch das war nach einer kurzen Diskussion glücklich in trockene Tücher gewickelt. Morgen haben sie den halben Tag, um sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Ich vermute, dass sie den freien Nachmittag ebenfalls zur Vorbereitung nutzen werden und die ganz Ehrgeizigen werden wohl auch am Samstag dransitzen.

Mit einer Anerkennungsrunde habe ich den Tag ausklingen lassen. Die Fähigkeiten der Teilnehmer schätze ich jetzt optimistischer ein als noch gestern. Die Feuertaufe steht noch aus…

Und schon richten sich unsere Gedanken mehr und mehr nach Birendranagar aus. Ich habe mir schon mal die Fotos von Anton und Monika, die dort bus1 trainiert haben, angesehen. Ich schicke mal eins mit.

Birendranagar

Birendranagar

Über mein Schuhwerk werde ich gründlich nachdenken müssen, findet ihr nicht? Ich bin sehr gespannt.
Das hält mich nicht davon ab, das Training hier sauber abzuschließen. Morgen also noch mal und ganz besonders am Sonntag und Montag.

Gute Nacht für heute. Namasté