5.11.09, 22.30 Uhr Himalaya Hotel, Kathmandu, Nepal

Reisebericht Nepal - Herbst 2009With 1 comment

Wie ihr lesen könnt, d.h. da ihr lesen konntet, wisst ihr auch, dass ich es mit dem kranken Computer ins Internet geschafft habe. Jedes Mal, wenn ich Microsoft-Updates runterlade fängt der zu spinnen an. Doof. Na, wenn ich wieder zu Hause bin, wird erst mal drei Tage gar nichts gemacht und dann setze ich die Kiste ganz neu auf.

Ich bin dann mit mulmigem Magen und fröstelnd ins Bett gegangen, um dann nachts irgendwann auf die glorreiche Idee zu kommen, meiner Übelkeit nachzugeben und mich ordentlich auszukotzen. Danach war Ruhe und ich konnte bis sechs Uhr durchschlafen. Heute Morgen gab es für mich dann nur doppelt getoastetes Toastbrot mit gesalzener Butter und dazu einen gesüßten Tee, mittags ein paar kalte Pommes und abends eine Handvoll Cashewnüsse. Ich spürte meinen Darm noch manchmal tagsüber, ansonsten werde ich wohl morgen wieder einsteigen ins Genussleben, aber sicher nur mit kleinen, leichten Portionen.

IEDI-Gebäude

IEDI-Gebäude

Heute begann das Training für die CEFE-Trainer vom IEDI ihn ihren Räumen, die ganz gut ausgestattet sind, obwohl die Vernachlässigung auch hier ihre staubigen, lädierten Spuren hinterlassen hat. Aber es ist Platz genug, wir haben schöne und reichlich viele Pinwände. Von Binod stammt das Gerücht, die CEFE-Trainer würden bus schlecht machen, um so ihre Pfründe zu schützen. Das CEFE-Projekt ist ein GTZ-Projekt und über 25 Jahre alt. Das Konzept wurde seitdem nur einmal verändert. Die originalen CEFE-Kurse dauern 3 Wochen. Da wundert es mich nicht, wenn wir mit unseren fünf Tagen bus-Training auf offene Ohren bei der GTZ stoßen.

Das aktuelle Training besteht ja aus bus1 (2 Tage), bus2 (3 Tage), und dem CEFE-Training (6 Tage). Das ist natürlich viel billiger als das alte CEFE-Training und schon von daher viel attraktiver. Aber dem IEDI-Institut schwimmen natürlich die Felle weg. Es ist eine staatliche Organisation mit fest angestellten Vollzeittrainern, die vollständig von der GTZ finanziert werden. Wenn die GTZ jetzt auf bus setzen sollte, wäre das gar nicht gut für die IEDI, die sich gemütlich eingerichtet haben. Das sind denkbar schlechte Vorrausetzungen für das bus2-Training gewesen und Anton hat auch erzählt, dass die Teilnehmer beim bus1 ausgesprochen kritisch waren.

Ich lasse mich von solchen Vorzeichen ja nicht bange machen und schaue erst mal, was ich mit meinem professionellen Charme und meiner lebendigen und authentischen Art bei den Teilnehmern erreiche. Und tatsächlich meinte Anton, dass sie heute umgänglicher gewesen seien. Ich zerbreche mir (zugegebenermaßen den fremden) Kopf, was man den CEFE-Trainern anbieten könnte, damit sie mit bus in Frieden leben können. Natürlich ist zu erwarten, dass der Widerstand gegen Neuerungen von den unfähigen Trainern, von denen es in den Reihen der IEDI wohl etliche gibt, am stärksten ist. Aber es ist schon ein konstruktives Arbeiten mit den Leuten. Die Inhalte werden zwar scharf geprüft und hinterfragt, aber die lebendige, beteiligende Art des Trainings, das ja integraler Bestandteil des bus-Konzeptes ist, findet ungeteilten Beifall. Wir werden unsere bus-Präsentation ein wenig zusammenstauchen, damit am dritten Tag noch Zeit für eine Schnittstellendiskussion ist, wo geklärt wird, wo bus aufhört und CEFE anfängt, und ob alle Elemente vorhanden sind, damit das Hauptziel erreicht werden kann. Und das besteht darin, dass möglichst viele Teilnehmer des bus/CEFE-Training aufgrund ihres Businessplans einen Kredit bekommen. Denn das ist das entscheidende Erfolgsmaß.

Heute ist Carl Krug angekommen. Er ist der Hauptmotor für das Projekt „bus/CEFE-Trainings für Kleinunternehmer in benachteiligten Gebieten und Bevölkerungsgruppen“. Wir mussten bis nach Nepal fahren, um uns endlich persönlich kennen zu lernen. Wir haben dann bis zehn zusammen gesessen und über Möglichkeiten und Grenzen unserer Arbeit sinniert. Bus, so erfuhr ich beispielsweise, ist eigentlich nur ein Abfallprodukt seines Hauptprojektes, bei dem es um Trainings zum Thema Genossenschaften geht.

Sandmandala

Sandmandala

Ach ja, Nepals größtes Sandmandala haben wir gleich nebenan in einem Einkaufszentrum entdeckt. Und mit diesem schönen Bild will ich es für heute gut sein lassen. Versenkt euch in den Anblick und freut euch über euer Leben. Alles andere erscheint mir sowieso als Zeitverschwendung.

Namasté